OBERBERG_FAIRsorgt

Der Oberbergische Kreis (OBK) ist eine ländliche Region, in welcher das Versorgungsniveau in vielen Bereichen durch stabile familiäre Strukturen unterstützt wird (siehe AOK Pflegereport, 2016). Dennoch kommt es schon heute in bestimmten Kommunen des OBK zu einer defizitären Versorgung. Des Weiteren wird der Kreis aufgrund seiner demografischen Situation und dem drohenden Fachkräftemangel für Medizin und Pflege in absehbarer Zeit weitere Lücken in der Versorgung bekommen, welche sich negativ auf die zukünftige Entwicklung und Attraktivität der gesamten Region auswirken.

Das Ziel des Projektes „OBERBERG_FAIRsorgt“ ist es, diese Versorgungslücken zu schließen und Über-, Unter- und Fehlversorgung zu vermeiden. So sollen durch Veränderungen von Strukturen und Prozessen im Pflege- und Gesundheitssystem im OBK ältere und pflegebedürftige Menschen bedarfsgerecht medizinisch, pflegerisch, geriatrisch, präventiv sowie subsidiär versorgt werden. Der Kern des Projektes ist der Aufbau eines Netzwerks, welches die Notfallversorgung und Notfallleistung von pflegebedürftigen Senioren im OBK sowohl ambulant als auch stationär verbessert.

Schema Oberberg Fair sorgt

 

 

Chancen für Oberberg

  • Entwickelte Strukturen führen tatsächlich zu einer besseren Versorgung
     
  • Wegbrechende medizinische, therapeutische und pflegerische Ressourcen können kompensiert werden
     
  • Die Zusammenarbeit der Akteure verbessert sich
     
  • Die Versorgung wird zum Standortfaktor, weil andere Regionen dieses Modell erst umsetzen können, wenn die Ergebnisse der Evaluation in die Gesetzgebung eingeflossen sind
     
  • Die gewonnene Erfahrungen helfen uns die Zukunft weiter aktiv zu gestalten
     
  • Wir generieren ca. 10 Millionen Euro an (Mehr-)Leistungen für die teilnehmenden Patienten
     
  • Die Umsetzung des Projektes beschert dem OBK weitreichende Beachtung

 

Denkbare Ansätze

  • Verfügbarkeit ärztlicher Expertise für Pflegeheime vor allem nachts und am Wochenende. Ziel: unnötige Kranken- und Rettungstransporte vermeiden. Sie belasten die Betroffenen in teils unerträglicher Weise
     
  • Bürgerinnen und Bürger sollen außerhalb der Sprechstunde besser in die richtige Versorgung gelenkt werden. Z.B. durch Zusammenführung aller Notfalltelefon- nummern (116/117 und 112 etc.) in der Kreisleitstelle mit eigenem Facharzt als Hintergrund. Damit gezielterer Einsatz von Rettungsmitteln und KV- Bereitschaftsärzten
     
  • Pflege-Telefon und Pflege Notdienst sollen über eine zentrale Leitstelle rasch und kompetent helfen
     
  • Den haus- und fachärztlichen Bedarf durch intelligente Netzwerkstrukturen und Versorgungszentren schließen. Durchaus mit geriatrischer Expertise
     
  • Die Zahl der geriatrischen Patienten steigt. Geriatrie ist bisher eine rein stationäre Disziplin. Wir wollen das ambulante Potential analysieren und nutzen
     
  • Telemedizinische und Assistenzsysteme testen und etablieren
     
  • Medizinischen Daten elektronisch verfügbar machen, der Patient wird Herr seiner Daten
     
  • Die Überleitung aus dem Krankenhaus sollte funktionieren. Die Lebenswirklichkeit sieht oft anders aus. Das wollen wir ändern
     
  • Angehörige, ehrenamtliche Helfer und Kümmerer sollen unterstützt und entlastet werden. Z.B. ein Seniorenbegrüßungsdienst könnte dies leisten
     
  • Präventive Angebote (Sturzprophylaxe, Reha vor Pflege etc.) sollten greifen. Die Lebenswirklichkeit sieht anders aus. Wir wollen die Prävention etablieren
     
  • Hausnotrufsysteme sind bekannt, versagen aber oft bei Demenzerkrankten. Wir wollen den Goldstandard definieren
     
  • Die Ideen können nur von qualifizierten Kräften umgesetzt werden. Daher wird Anleitung und Training in der AGEWIS wesentlicher Bestandteil werden
     
  • Die Menschen möchten trotz Alter und Krankheiten gerne zu Hause wohnen bleiben. Das wollen wir unterstützen
     
  • Zusammenarbeit über bisherige (Sektoren-)Grenzen hinweg organisieren, wo es sie heute (leider) noch nicht gibt

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Letzte Änderung: 7. Februar 2019