OBERBERG_FAIRsorgt

Was ist OBERBERG_FAIRsorgt?

OBERBERG_FAIRsorgt ist ein Projekt mit dem Ziel die (Notfall-)Versorgung von älteren und/oder pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren im Kreis sowohl ambulant als auch stationär zu verbessern, Versorgungslücken zu schließen und Über-, Unter- und Fehlversorgung zu vermeiden. Ziel ist eine komplett bedarfsgerechte medizinische, pflegerische, geriatrische, präventive sowie subsidiäre Leistungserbringung, so dass Pflegebedürftige länger im eigenen Zuhause leben können und Krankentransporte sowie Krankenhausaufenthalte reduziert werden.

 

Worin liegt die Notwendigkeit des Projektes?

Der Oberbergische Kreis (OBK) ist eine ländliche Region, in welcher das Versorgungsniveau in vielen Bereichen durch stabile familiäre Strukturen unterstützt wird (siehe AOK Pflegereport, 2016). Dennoch kommt es schon heute in bestimmten Kommunen des OBK zu einer defizitären Versorgung. Des Weiteren wird der Kreis aufgrund seiner demografischen Situation und dem drohenden Fachkräftemangel für Medizin und Pflege in absehbarer Zeit weitere Lücken in der Versorgung bekommen, welche sich negativ auf die zukünftige Entwicklung und Attraktivität der gesamten Region auswirken. Hier setzen wir an.

 

Wie ist die Laufzeit des Projekts?

OBERBERG_FAIRsorgt gliedert sich über vier Jahre in drei Abschnitte. Neben einer jeweils einjährigen Vorbereitungs- und Evaluationsphase findet die Erbringung der neuen Leistungen zwischen Mai 2020 und Mai 2022 statt. Ziel ist es, diese Versorgung auch über diesen Zeitraum hinaus zu sichern und im Anschluss in die Regelversorgung zu überführen.

 

Wer kommt als Projektbegünstigter in Frage?

In dem genannten Zeitraum der Leistungserbringung profitieren AOK- und pronova-BKK-Versicherte von unserem Projekt, die akut oder latent pflegebedürftig sind und aufgrund chronischer und/oder multipler Erkrankung(en) einer dauerhaften medizinischen und/oder pflegerischen Versorgung bedürfen. Hierzu gehören keine Beatmungspatienten.

 

Worin genau bestehen die neuen Leistungen?

Die im Projekt verfolgten Ansätze, von denen die Projektteilnehmer direkt profitieren können, sind u.a.:

  • Verbesserung der haus- und fachärztlichen Betreuung durch intelligente Netzwerkstrukturen und Versorgungszentren mit geriatrischer Expertise
  • Ausbau der Geriatrie, einer bisher rein stationären Disziplin, in den ambulanten Sektor
  • Stärkungen präventiver Angebote wie Sturzprophylaxe, Reha vor Pflege u.Ä.
  • Nutzung von Telemedizin- und Assistenzsystemen, so dass Menschen trotz Alter und Krankheit länger zuhause leben können
  • Nutzung elektronisch verfügbarer medizinischer Daten mit dem Patienten als „Herr seiner Daten“
  • Erreichbarkeit eines Facharztes für Bürgerinnen und Bürger außerhalb der üblichen Sprechstunde und verbesserte ärztliche Anbindung
  • Erreichbarkeit des Pflege-Telefons und Pflege-Notdienstes über eine zentrale Leitstelle, die dann rasch und kompetent hilft
  • Verfügbarkeit ärztlicher Expertise für Pflegeheime vor allem nachts und am Wochenende mit dem Ziel unnötige und für die Betroffenen belastende Kranken- und Rettungstransporte zu vermeiden
  • Harmonisierung der Überleitung aus dem Krankenhaus - eine Lebenswirklichkeit, die momentan noch oft anders aussieht
  • Unterstützung und Entlastung Angehöriger, ehrenamtlicher Helfer und Kümmerer, z.B. durch einen Seniorenbegrüßungsdienst
  • Anleitung und Training durch die AGEWIS, denn die Umsetzung kann nur durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen
  • Organisation der Zusammenarbeit über bisherige (Sektoren-)Grenzen hinweg, wo es sie heute (leider) noch nicht gibt.

 

Worin liegen die Chancen für Oberberg?

  • Wegbereitende medizinische, therapeutische und pflegerische Ressourcen können erschlossen werden, so dass die neuen Strukturen zu einer tatsächlich besseren Versorgung im OBK führen.
  • Für diese Versorgung stehen 11 Millionen Euro an (Mehr-)Leistungen für die teilnehmenden Patienten zur Verfügung.
  • Die Zusammenarbeit der Akteure verbessert sich und die gewonnenen Erfahrungen helfen uns, die Zukunft weiter aktiv zu gestalten.
  • Die Umsetzung des Projektes beschert dem OBK weitreichende Beachtung und wird zum Standortfaktor, weil andere Regionen dieses Modell erst umsetzen können, wenn die Ergebnisse der Evaluation in die Gesetzgebung eingeflossen sind.
     

Weitergehende Projektinformationen finden Sie in unserer Projektbeschreibung.

 



Letzte Änderung: 23. April 2019