OBERBERG_FAIRsorgt

Was ist OBERBERG_FAIRsorgt?

OBERBERG_FAIRsorgt ist ein durch den Innovationsfonds des Bundes gefördertes Projekt mit dem Ziel die medizinische und pflegerische Versorgung von pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren im Oberbergischen Kreis zu verbessern. Es sollen sowohl ambulante als auch stationäre Versorgungslücken geschlossen sowie Über-, Unter- und Fehlversorgung vermieden werden. Ziel ist eine vernetzte und damit bedarfsgerechte Leistungserbringung, so dass Pflegebedürftige länger im eigenen Zuhause leben können und Krankentransporte sowie Krankenhausaufenthalte reduziert werden.

Worin liegt die Notwendigkeit des Projektes?

Der Oberbergische Kreis (OBK) ist eine ländliche Region, in welcher das Versorgungsniveau in vielen Bereichen durch stabile familiäre Strukturen unterstützt wird (siehe AOK Pflegereport, 2016). Dennoch kommt es schon heute in bestimmten Kommunen des OBK zu einer defizitären Versorgung. Des Weiteren wird der Kreis aufgrund seiner demografischen Situation und dem drohenden Fachkräftemangel für Medizin und Pflege in absehbarer Zeit weitere Lücken in der Versorgung bekommen, welche sich negativ auf die zukünftige Entwicklung und Attraktivität der gesamten Region auswirken. Hier setzen wir an.

Wie ist die Laufzeit des Projekts?

OBERBERG_FAIRsorgt gliedert sich über vier Jahre in drei Abschnitte. Im Juli 2019 hat die Vorbereitungsphase begonnen, in der die Infrastruktur für das Projekt geschaffen wird und die Patientenrekrutierung beginnt. Zwischen Anfang Juli 2020 und Ende Juni 2022 war ursprünglich die Versorgungsphase geplant, in der die neuen Leistungen Anwendung finden. Durch die Corona-Pandemie wird es nun zu einer Verschiebung des Versorgungszeitraumes kommen, über den wir Sie hier zeitnah informieren werden. Parallel zur Versorgung sowie verstärkt gegen Projektende ab 2023 findet die Evaluation durch die Universität zu Köln statt. Ziel ist es, die Versorgung auch über den Projektzeitraum hinaus zu sichern und im Anschluss in die Regelversorgung zu überführen.

Wer kommt als Projektbegünstigter in Frage?

In dem genannten Zeitraum der Leistungserbringung profitieren AOK-Versicherte aus Oberberg von unserem Projekt, die akut oder latent pflegebedürftig sind und aufgrund einer chronischen Erkrankung oder eines Pflegerades einer dauerhaften medizinischen und/oder pflegerischen Versorgung bedürfen. Beatmungspatienten können am Projekt nicht teilnehmen.

Worin genau bestehen die neuen Leistungen?

Folgende Vorteile ergeben sich in OBERBERG_FAIRsorgt für die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer:

  • Betrachtung ihrer Gesamtsituation unter einem geriatrischen Schwerpunkt durch eine Vernetzung von Ärzten und Pflegenden in der ambulanten und stationären Versorgung.
  • Optimierung der Medikation nach den Kriterien der Neben- und Wechselwirkungen durch die Hinzuziehung einer pharmazeutischen Expertise.
  • Einschätzung des individuellen medizinischen Risikos mit ggf. sich anschließender interdisziplinären Fallkonferenz. An dieser können, je nach Bedarf, teilnehmen: Hausarzt, Geriater, Amtsapotheker, Ernährungsberatung, Senioren- und Pflegeberatung, OBERBERG_FAIRsorgt Case Managern und ggf. weiteren Beteiligte.
  • Fallkonferenzen können auch, z.B. bei größeren Entfernungen zwischen den Fachärzten, telemedizinisch stattfinden. Generell kann der Einsatz von Telemedizin in verschiedenen Settings zum Tragen kommen.
  • Erstellung eines individuellen Versorgungsplans im Anschluss an die Fallkonferenz, mit dem Ziel einer verbesserten gesellschaftlichen Einbindung und damit einer Stabilisierung der gesundheitlichen Situation und der subjektiv empfundenen Lebensqualität.
  • Verbesserte Erreichbarkeit ärztlicher Expertise an den Schnittstellen (z.B. Klinik – Häuslichkeit, Hausarzt – Pflege).
  • Transparente und stets verfügbare Informationen für alle, die an der Versorgung beteiligt sind, durch eine technische Plattform (eigene digitale Kompetenz bei den Teilnehmern und Angehörigen nicht notwendig).
  • Begleitung durch die OBERBERG_FAIRsorgt Case Manager durch den gesamten Versorgungsprozess, so dass besonders die Überleitung vom stationären in den ambulanten Bereich harmonisiert ist.

Worin liegen die Chancen für Oberberg?

  • Wegbereitende medizinische, therapeutische und pflegerische Ressourcen können erschlossen werden, so dass die neuen Strukturen zu einer tatsächlich besseren Versorgung im OBK führen.
  • Für diese Versorgung stehen 11 Millionen Euro an (Mehr-)Leistungen für die teilnehmenden Patienten zur Verfügung.
  • Die Zusammenarbeit der Akteure verbessert sich und die gewonnenen Erfahrungen helfen uns, die Zukunft weiter aktiv zu gestalten.
  • Die Umsetzung des Projektes beschert dem OBK weitreichende Beachtung und wird zum Standortfaktor, weil andere Regionen dieses Modell erst umsetzen können, wenn die Ergebnisse der Evaluation in die Gesetzgebung eingeflossen sind.
     

Weitergehende Projektinformationen finden Sie in unserer Projektbeschreibung.

 



Letzte Änderung: 20. April 2020