Projektbeschreibung

Voraussetzung im Versorgungsnetzwerk ist eine elektronische Vernetzung der Akteure über Versorgungskoordinatoren, die nicht nur die Kommunikation zwischen Pflege und Medizin optimieren, sondern auch die wichtigsten Gesundheitsdaten über ein Mandat der Patienten sammeln und an die Netzwerkpartner bedarfsgerecht verteilen. Flankierend soll durch verschiedene Maßnahmen die informelle Pflege gestärkt und entlastet werden. Das als geriatrisches, gerontologisches, kommunales und ambulantes Fachzentrum gedachte Netzwerk kann u.a. folgende Ergebnisse liefern:

  • die elektronische Verfügbarkeit der Gesundheitsdaten inklusive elektronischem Medikationsplan bietet jederzeit einen vollständigen Überblick über die Behandlungs- und Pflegedaten der Patienten
  • die Verbesserung der ambulanten Situation durch Einbeziehung von Telemedizin und speziell ausgebildeten Pflegedienstmitarbeitern, Fallkonferenzen, ambulanter geriatrischer Expertise, Übernahme von Bereitschaftsdiensten und Weiterentwicklung der Rettungsleitstelle
  • die Verbesserung der stationären Situation durch die Verfügbarkeit ärztlicher Expertise im Pflegeheim auch außerhalb der Sprechstunden, nachts und am Wochenende
  • ein ständig verfügbares Beratungs- und Unterstützungsangebot für informelle und professionelle ambulante Pflege sowie geeignete Hausnotruf- und Assistenzsysteme.

Der Oberbergische Kreis organisiert und steuert als neutrale und interessenübergreifende Gebietskörperschaft die Versorgung für seine Bürgerinnen und Bürger in Kooperation mit den Kommunen. Vorhandene Lücken werden dabei geschlossen und das perspektivisch überforderte System wird entlastet, um den Bedürftigen optimale Versorgungs- und Vorsorgedienstleistungen anbieten zu können.

Die begleitende Versorgungsforschung wird evaluieren, ob eingeschriebene Patienten mit Hilfe dieser modularen Dienstleistungsstruktur länger zu Hause leben können und mehr Lebensqualität aufgrund geringerer Morbiditätsfolgen, einem gewährleisteten Rehabilitationsanspruch und einer verbesserten Versorgung im Pflegeheim, empfinden. Nicht nur sollen Behandlungskosten gesenkt, sondern auch die Behandlungsqualität erhöht und Ressourcen (insbesondere personelle) effektiver eingesetzt werden. Insbesondere soll die Zahl der Rettungstransporte und Krankenhausaufenthalte von Altenheimbewohnern signifikant reduziert werden. Diese Qualitätsverbesserungen ermöglichen eine erhöhte Teilhabe der Betroffenen am gesellschaftlichen Leben und bewirken gleichzeitig eine Verlangsamung der Pflegegrad-Kaskade und damit eine Reduktion der Leistungszahlen.

Neben einer umfassenden Evaluation soll im Projekt bereits der Transfer des Versorgungsnetzwerkes konzipiert werden und ein Fahrplan zum Rollout in andere Teile der Region Oberberg, der Region Köln/Bonn sowie bundesweit erstellt werden. Ein weiterer Transfer über die herausragende Auszeichnung als Referenzstandort „Integrierte Versorgung“ auf europäischer Ebene „EIP on AHA“ in andere Staaten der Europäischen Union ist möglich.

Für die Pflegebedürftigen des OBK bedeutet die Umsetzung von „Oberberg_FAIRsorgt“ eine Abnahme ihrer Ängste vor Krankenhausaufenthalten, sowie eine Abnahme ihrer Sorgen darüber, ob man noch zu Hause leben kann. So wird die Gewissheit gestärkt, im Notfall richtig und hochwertig versorgt zu werden. Das Projekt bedeutet die Sicherheit für alle Beteiligten -von den Angehörigen der Pflegebedürftigen bis hin zu den Medizinern-, rasch und lückenlos über den Gesundheitszustand informiert zu werden. Die beteiligten Senioren werden im Hinblick auf Ihre Gesundheit und den Grad der Pflegebedürftigkeit von dem Versorgungsmodell profitieren.

Die Grundlage für ein zielgerichtetes Vorgehen zur erfolgreichen Durchführung der Projekts sind neben der Einbeziehung von Gesundheitsdaten der Krankenkassen insbesondere die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Gesundheitsberichterstattung des öffentlichen Gesundheitsdienstes im OBK. Darüber hinaus kann auf die Expertise der Konsortialpartner (AOK Rheinland/Hamburg, der kommunaler Rettungsdienst, das Gesundheits- und Sozialamt, das Klinikum Oberberg sowie die Akademie für Gesundheitswirtschaft und Senioren, in welcher die Ausbildung für Pflegekräfte und Notfallsanitäter stattfindet) zurückgegriffen werden. Die BKK Pronova und weitere Akteure, die in kommunalen Konferenzen vertreten sind, insbesondere die Kassenärztliche Vereinigung, der Hausärzteverband und Vertreter der Pflegebranche werden in das Projekt als Kooperationspartner einbezogen.

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Projektbeschreibung des Innovationsausschuss: Intersektoral vernetzte Betreuung Pflegebedürftiger im Oberbergischen Kreis OBK_FAIRsorgt

 



Letzte Änderung: 22. Januar 2019