"Im Fokus"
Die Zahl der Beschäftigungsmöglichkeiten ist seit 1987 um 8 Prozent gestiegen – ein Wert, der dem Kreis im Vergleich mit den Stadt- und Landkreisen der alten Bundesrepublik eine Spitzenposition beschert. Ursache dafür ist vor allem die hohe Standortgunst der Region: Oberberg schneidet in fast jedem Wirtschaftszweig günstiger ab als die Volkswirtschaft insgesamt.
Dabei sind es weder die großen noch die kleinen Unternehmen, die das Erscheinungsbild der oberbergischen Wirtschaft prägen, sondern die mittleren Betriebe mit 100 bis 500 Beschäftigten.Elektrotechnik, Maschinen- und Fahrzeugbau, Eisen- und Metallerzeugung, Stahlindustrie und Kunststoff verarbeitende Firmen sind stark vertreten.
Häufig gründen größere Unternehmen Filialbetriebe innerhalb der Kreisgrenzen, was die Tendenz zu einem weitgehend eigenbestimmten wirtschaftlichen Entwicklungsprozess verstärkt.
Das heißt allerdings nicht, dass die regionale Wirtschaft im eigenen Saft schmort. Der Export spielt wie bei der deutschen Industrie insgesamt eine entscheidende Rolle und neuen Entwicklungen und Technologien gegenüber zeigten sich die Unternehmen im Kreis schon früh aufgeschlossen.
Beispielsweise bot schon 1984 die IHK in Gummersbach Lehrgänge in CNC-Technik an. Global denken, regional handeln, lokal reagieren: Unter dieser Prämisse wird auch die Informationstechnologie (IT) im Kreis vorangetrieben. Mittlerweile beleben mehr als 700 Firmen der Betriebsgröße bis 49 Mitarbeiter die oberbergische IT-Szene. Um das Potenzial und Know-how der Unternehmen auszuschöpfen, wurde zudem das „IT-Forum Oberberg“ gegründet – als Plattform, auf der regionale Anbieter und Anwender sich begegnen, kennen lernen und möglicherweise miteinander ins Geschäft kommen können.
Beim IT-Forum ziehen nicht nur IHK, die Berufskollegs des Kreises und Unternehmen am selben Strang, sondern auch die Gummersbacher Abteilung der Fachhochschule Köln (FH) trägt ihren Teil bei – als Innovationsmotor für die Region. Elektrotechnik, Maschinenbau, Ingenieurwissenschaften gehören zum Studienangebot der FH.
Federführend agiert in diesem Bereich das 1996 eröffnete Gründer- und TechnologieCentrum Gummersbach (GTC). Von hier aus werden Impulse gegeben und der Strukturwandel vorangetrieben: Seit der Einweihung des GTC hatten 51 Firmen dort ihr Domizil; über 260 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Und im Landesvergleich steht das Centrum glänzend da, nicht nur was die Auslastung der Raumkapazitäten angeht. Denn die Existenzgründer- und Technologiequote liegt inzwischen weit über dem Durchschnitt ähnlicher Zentren in NRW. Die Gründer machen 91 Prozent der Mieter aus, technologieorientierte Firmen kommen auf 93 Prozent.
Entsprechend stufte das NRW-Technologieministerium das Gummersbacher GTC unter ca. 90 Gründer- und Technologie-Zentren in die kleine Gruppe der qualifizierten Technologiezentren ein – nur insgesamt zehn Zentren zählen dazu. Darüber hinaus arbeiten FH und GTC in Sachen Multimedia zusammen – seit 1999 gibt es den Lehrstuhl für Multimedia an der FH, eine Stiftungsprofessur der Kreissparkasse Köln.
Zusätzliche Wachstumschancen bestehen nicht nur in der Wirtschaft, sondern ebenfalls im Bereich Tourismus. Im Vergleich zu anderen Kreisen besitzt das Oberbergische zwar eine überdurchschnittliche Zahl an Fremdenbetten und Gästeübernachtungen. Doch liegt angesichts der zahlreichen kulturellen und Freizeitangebote Potenzial brach, vor allem was den Kurzurlaub angeht. Auch unter diesem Gesichtspunkt gibt es Bestrebungen, die Verkehrserschließung des Kreises zu verbessern, vor allem mit Hilfe der Eisenbahn. Derzeit gibt es nur eine regelmäßige Regionalbahnverbindung auf der Strecke Köln-Gummersbach. Seit dem 20.04.2003 ist diese Verbindung bis nach Marienheide verlängert worden.
Doch Überlegungen gehen dahin, die in den 80er-Jahren stillgelegte Strecke von der Kreisstadt bis Lüdenscheid-Brügge wieder in Betrieb zu nehmen – und damit Verbindungen nach Hagen und Dortmund samt den entsprechenden Fernverbindungen zu schaffen.
Den gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr auf der Straße bestreiten die Oberbergische Verkehrsgesellschaft AG (OVAG), ein Unternehmen von Kreis und Stadt Gummersbach, 
sowie die Gesellschaft Regionalverkehr Köln (RVK).
Insgesamt unterhalten sie 55 Buslinien mit einer Streckenlänge von zusammen fast 1.200 Kilometern.
Auch im Bildungswesen wartet der Kreis mit überzeugenden Zahlen auf: Als Träger betreibt er drei Berufskollegs und sechs Förderschulen. Bis zur Hochschulreife können die Schüler an elf Gymnasien und vier Gesamtschulen gelangen. Und mit einer Kreis- und Stadtbücherei, 21 Stadt- und Gemeindebüchereien sowie weiteren Büchereien der Kirchen verfügt das Oberbergische über eine ausgedehnte Bibliothekenlandschaft.
Gleiches gilt für das sportliche Leben im Kreis – allen voran der VfL Gummersbach. Der deutsche Rekordmeister im Hallenhandball reicht zwar derzeit nicht an frühere sportliche Erfolge heran, füllt aber als Publikumsmagnet bei Heimspielen selbst die LanxessArena.
Zusätzlich unterhalten freie Träger vier weitere Krankenhäuser mit unterschiedlichen medizinischen Schwerpunkten. Die Zeit der kleinen kommunalen Hospitale allerdings ist auch hier vorbei – obwohl in einigen Gemeinden vehement darum gekämpft wurde, vor allem im Vorfeld und nach der kommunalen Neugliederung 1975.Hatte bis dahin fast durchweg die SPD die stärkste Fraktion gestellt, dominierten nun die Christdemokraten – die allerdings nach Kriesgsende fast durchgehend mit Unterstützung der FDP den oberbergischen Landrat stellen konnten.
Bei der Kreistagswahl 2009 errang
Aus Mittel dieser Stiftung entstand beispielsweise die Oberbergische Kunstsammlung, die die Bildende Kunst im Kreis dokumentieren und fördern soll. Rund 70 Gemälde und neun Plastiken sind im Gummersbacher Kreishaus in einer Dauerausstellung zu sehen. Darunter befinden sich Werke so renommierter Künstler wie Bruno Goller, Jürgen Partenheimer und Ernst Wille. Diese Sammlung wird ständig durch Neuankäufe ergänzt.