Prüfung mit Wasser

Entwurf Logo Dichtheitsprüfung von HausanschlüssenDichtheitsprüfung von Hausanschlüssen

 

Dichtheitsprüfung mit Wasser: Verschiedene Methoden

Abwasseranlagen von Altbauten werden in der Regel mit Wasser auf ihre Dichtheit geprüft. Im Gegensatz zur Luftprüfung bietet der Check mit Wasser den Vorteil, dass gleich ein Urteil über den Grad der Undichtheit abgegeben werden kann, wenn Mängel festgestellt werden. Diese Information ist wichtig für die Wahl des Sanierungsverfahrens.

Zwei Methoden werden eingesetzt: die so genannte Wasserfüllstandsprüfung und die Wasserdruckprüfung.

  1. Bei der Wasserfüllstandsprüfung sperrt der Sachkundige die Grundleitung mit einer Blase ab. Die Leitung wird anschließend bis zur Oberkante des tiefsten Entwässerungsgegenstandes, z. B. einem Bodenablauf, oder bis zur Unterkante der Reinigungsöffnung in der Fallleitung mit Wasser aufgefüllt. Sinkt der Wasserstand z. B. im Bodenablauf ab, ist die Leitung undicht. Gewisse Wasserverluste sind erlaubt. Der Sachkundige füllt den Bodenablauf bis zum Ende der Prüfzeit immer wieder auf und misst die zugegebene Wassermenge. Wenn mehr Wasser als erlaubt zugegeben werden muss, ist die Dichtheitsprüfung nicht bestanden. Hausbesitzer können bei dieser Überprüfung durch die Beobachtung des Wasserspiegels selbst Anhaltspunkte über die Dichtheit ihrer Leitungen erhalten.
  1. Als Alternative kommt die Wasserdruckprüfung zum Einsatz, bei der ein geringer Überdruck (50 Zentimeter über dem Rohrscheitel) aufgebaut wird.

Bei Neubauten und Abwasseranlagen in den Wasserschutzzonen I und II gelten höhere Anforderungen an die Prüfungen, z. B. an die Prüfzeit. Die Prüfkriterien können unter

  • DIN 1986-30:2003-02 (Altbauten) und in
  • DIN EN 1610:1997-10 (Neubauten, Gebäude in Wasserschutzzone I und II)

nachgelesen werden. 
 
Hier können Sie die DIN-Normen bestellen.

 

Checkliste Prüfung mit Wasser

Diese Tipps sollten Sie beachten:

  • Halten Sie alle verfügbaren Informationen zum Baujahr, zur Leitungslänge und Schachttiefe, zu den Nennweiten, den vorhandenen Zugangsmöglichkeiten und dem Leitungsverlauf bereit. Der Sachkundige benötigt diese Angaben zur Planung der Dichtheitsprüfung und dem Festlegen der Prüfkriterien.
  • Zeigen Sie dem Sachkundigen alle Zugangsmöglichkeiten und Bodeneinläufe. Darauf basiert dessen Entscheidung, ob sie ausreichend zugänglich und für die Aufnahme der Absperrelemente geeignet sind.
  • Lassen Sie sich beraten, ob es angesichts der Auswertung der TV-Inspektion sinnvoll ist, mehrere Prüfabschnitte zu bilden. Je mehr Abschnitte geprüft werden, desto genauere Informationen bekommen Sie über die Lage der Undichtigkeit und können ggf. Bereiche von der Sanierung aussparen.
  • Seien Sie bei der Dichtheitsprüfung anwesend. Fragen Sie bei Unklarheiten nach.
  • Fordern Sie eine vollständig ausgefüllte Bescheinigung über das Ergebnis der Dichtheitsprüfung von dem Sachkundigen. Das Datum, das Prüfmedium, das angewandte technische Regelwerk, die zulässige und tatsächlich zugegebene Wassermenge, die Prüfdauer und die Prüfstrecke müssen darauf eindeutig nachvollziehbar sein. Das Prüfprotokoll muss vom Auftraggeber, vom Sachkundigen, der die Prüfung durchgeführt hat und vom Unterschriftsberechtigten der ausführenden Firma unterschrieben sein. Verlangen Sie, dass die Prüfstrecke oder ggf. die einzelnen Prüfabschnitte dem Protokoll auf einem Lageplan beigelegt werden.
  • Lassen Sie sich bestätigen, dass die gesamte private Abwasseranlage mit allen Anlagenbestandteilen geprüft wurde.
     

 



Letzte Änderung: 14. Juni 2010