"Kommunale Familienpolitik - Familienfreundlichkeit im Oberbergischen Kreis"

Der Oberbergische Kreis positioniert sich als attraktiver Wirtschaftsstandort für Familien und Unternehmen.

Er ist ein ländlich geprägter 918 km² großer Flächenkreis mit 13 Städten und Gemeinden und beheimatet rund 290.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Der Kreistag hat am 08.12.2005 beschlossen, dass die Verwaltung einen Dialog mit allen gesellschaftlich relevanten Akteuren zum Thema Familie eröffnen soll.

Ein internes Zertifizierungsverfahren der Kreisverwaltung zum Audit Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Hertiestiftung ist vollzogen, die Kreisverwaltung ist mittlerweile ein anerkannt  „familienfreundliches Unternehmen“, das durch die Bundesfamilienministerin in einer Feierstunde in Berlin mittels Zertifikatsverleihung geehrt wurde. Mit diesem Hintergrund und Selbstverständnis arbeitet die Kreisverwaltung an der Initiierung eines "Lokales Bündnisses für Familie im Oberbergischen Kreis".

Ziele und Vorgehensweise:
  • Standortförderung durch Familienförderung
  • den Wirtschaftsstandort Oberberg positiv vermarkten
  • Familien an den Standort Oberberg binden und neue Familien nach Oberberg holen
  • Fachkräftebindung als Unternehmens- und Standortsicherung

Leben und Arbeiten in Oberberg – ein Standort der sich für Familien und Unternehmen lohnt.
  • gute Arbeitsmöglichkeiten
  • gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • gute Bildungschancen
  • gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten
  • gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • hohe Frauenerwerbstätigkeit
  • Betriebe, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen
  • „überschaubare“ Schulen
  • familiengerechte Öffnungszeiten
  • genügend Wohnraum mit hohem Standart
  • erschwingliches Bauland
  • geringe Kriminalität
  • Wohnen und arbeiten im grünen Umfeld mit guten Verkehrsanbindungen
  • gutes gesundheitliches und soziales Angebot
  • aktive Teilnahme der Senioren in der Gesellschaft
  • ausgebautes bedarfsgerechtes Pflegeangebot
  • umfangreiche Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche
  • generationsübergreifende Struktur- und Städteplanung

Das Konzept zur Ausgestaltung des "Oberbergischen Bündnis für Familie" wurde mit den Ämtern, die im Sachgebiet Zuständigkeiten für Familie haben, erarbeitet. Eine interne Kerngruppe aus Landratsbüro, Wirtschaftsförderung/ Regionalstelle Frau und Beruf, Gleichstellungsbeauftragte, Schulamt, Gesundheitsamt, Jugendamt, Sozialamt, Kreisvolkshochschule und Psychologische Beratungsstelle wird prozessbegleitend tätig.

Die Leitung und Steuerung des Bündnisses liegt bei der Behördenleitung sowie der Wirtschaftsförderung.
Die Verwaltung hat mittels ämterübergreifender moderierter Workshops Handlungsfelder identifiziert, notwendige Maßnahmen zugeordnet und zu beteiligende Akteure außerhalb der Verwaltung benannt.

Im Herbst 2006 findet eine Auftaktveranstaltung zum „Lokalen Bündnis für Familie in Oberberg“ statt. Dies wird in Form einer Fachtagung  „Dialog Familie“ erfolgen. Hier werden nach Vorträgen die ersten Fachforen zu den Handlungsfeldern mit Vertretern von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden gegründet.

Das „Oberbergische Bündnis für Familie“  bündelt zunächst die schon vorhandenen Angebote. Durch Vernetzung der Akteure wird die Qualität der Familienförderung stetig verbessert. Im Dialog werden Kompetenzen und Qualitäten der Region transparent.



Handlungsfeld 1
Betreuung für Kinder, Ältere, Pflegebedürftige

Schwerpunkte / Themenfelder des Handlungsfeldes
  • Kinderbetreuung in Oberberg;
  • Betreutes Wohnen;
  • Vernetzung der Beratungs-, Betreuungs- und medizinischen Angebote in den Betreuungsbedarfen (informell und operativ);
  • Notfall-Betreuung in/für Institutionen / Unternehmen (z. B. bei kurzfristigem Unterrichtsausfall, kurzfristigem Ausfall der
  • regulären Betreuung von Kinder bzw. Älteren bzw. Pflegebedürftigen);

Umsetzung 
- konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der einzelnen Schwerpunkte / Themenfelder -
  • Nutzung/Etablierung der Expertise der öffentlichen Hand(OBK) im Bereich Betreuung als Angebot für regionale Unternehmen/Institutionen;
  • Differenzierte Bedarfsanalyse durch den OBK im vermuteten Handlungsbedarf im Themenfeld Betreuung zum gezielten Ranking der zukünftigen Maßnahmen (z.B. in Zusammenarbeit mit dem Wiehler Netzwerk „Oase“);
  • Durchgängige Berücksichtigung des differenzierten Betreuungsbedarfs: Pflege; Kinderbetreuung, betreutes Wohnen etc. bei der Bedarfsanalyse und der Umsetzung des Handlungsfeldes;
  • Informelle Vernetzung der vorhandenen und zukünftigen Ansätze im Bereich Betreuung;
  • Sammlung/Strukturierung/Veröffentlichung der vorhandenen Angebotsstruktur im OBK (intern/extern);
  • Vernetzung mit regionalen Unternehmen / Institutionen (i. Falle: Bedarfserhebung, Umsetzung, Bedarfsgerechtigkeit/Auslastung) 
  • Einsatz des Tagesmütternetzes Oberberg e. V. (Beratung-Vermittlung-Qualifizierung, kreisweit);
  • Qualifizierung des Betreuungspersonals für die Offene Ganztagsschule;



Handlungsfeld 2  
Bildung

Schwerpunkte / Themenfelder des Handlungsfeldes
     
  • Übergang von Schule und Beruf;
  • Aufbau /Pflege des Aus- und Weiterbildungsverbunds Oberberg
  • Sprache und kultureller Dialog;
  • Gezieltes Frühförderungssystem für Kinder;
  • Vorschulbildung;
  • Begabten- bzw. Hochbegabtenförderung;
  • Lebenslanges Lernen

Umsetzung 
- konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der einzelnen Schwerpunkte / Themenfelder -
  • Ermittlung/Sammlung und vernetzte Vermittlung der vorhandenen breiten Angebotsstruktur (z.B.: DAF-Kurse; Bildungsscheck; Lehrer-Fortbildung; Begabtenförderung; Kurse für Vorschulkinder etc.) und der vorh. Expertise (Konzepte; Erfahrungswissen etc.) und
  • vernetzte Vermittlung der vorhandenen breiten Angebotsstruktur und Expertise neben den BürgerInnen auch gezielt an Lokale-Bündnis-Partner: Unternehmen/Institutionen/ etc.;
  • Ermittlung des regionalspezifischen Bedarfs und dann gezielte Deckung durch vorh.  Angebotsstruktur bzw. passgenaue Ergänzung des Angebotsspektrums;
  • Vernetzung und projektorientierte Kooperation mit Schulen, WB-Trägern, Verbänden, Gremien bzw. mit Lokale-Bündnis-Partnern;
  • Qualifizierung und Vermittlung von Ehrenamtlichen bzw. Mentoren in den verschiedenen Bereichen:
  • Pflege/Betreuung für Ältere bzw. pflegebedürftige Personen;
  • Kinder- u. Jugendlichen Betreuung;
  • Suchtprävention;
  • Konkrete Umsetzung des „Paten-Projekts“ (Konzept Frühwarnsystem) für Jugendliche/SchülerInnen (Übergang Schule/Beruf) zunächst in Hückeswagen als Modellprojekt



Handlungsfeld 3
Familienfreundliche Wohn-, Arbeits- und Lebensbedingungen
Credo dieses Handlungsfeldes:
Oberberg als aufgeschlossene und zukunftsfähige Region für neue bzw. zukünftige BewohnerInnen der Region

Schwerpunkte / Themenfelder des Handlungsfeldes
  • Familie als „Wert“ und Standortfaktor bzw. -vorteil in Oberberg;
  • Initiierung des Aufbaus eines Familienzentrums im OBK für eine zentrale gebündelte Zugänglichkeit von spezifischen Informations- und Beratungsangeboten für Familien;
  • Familienbewusste Personalpolitik / familienbewusste Unternehmen (Institutionen, Unternehmen, Hochschulen)
  • Bindung der qualifizierten „Sandwichgeneration“ (Pflege und Kindschaft als potentielle Familienaufgabe) im Oberbergischen Kreis;
  • Attraktive Arbeitsmarktregion Oberberg – d.h.: gezielte Vermarktung der Arbeits- und Lebensort-Attraktivität der Region gezielt vermitteln;
  • Familienbewusster Öffentlicher Personennahverkehr;
  • Generationengerechtes bzw. Generationenübergreifendes Wohnen

Umsetzung 
- konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der einzelnen Schwerpunkte / Themenfelder -
  • Konkretes Standortmarketing – Ermittlung von Stärken des Region – In Dialog mit den BürgerInnen kommen:
  • Konzipierung und Initiierung eines Wettbewerbs „Familienfreundliches Oberberg – Leben, Wohnen und Arbeiten“ z.B. in Zusammenarbeit mit Schulen (z.B. Konzipierung + Umsetzung als Schulprojekt): Aspekte des Wettbewerbs können sein: Herausarbeiten und Honoration  der familienfreundlichen Best Practise im Kreis in unterschiedlichsten Feldern (Kinder/Jugendliche, Familien; Pflege; Nachbarschaft; Arbeitgeber, Region, Restaurants, öffentliche Einrichtungen, Innenstädte, ÖPNV etc.);
  • Erweiterung der Kreis- Initiative „Unser Dorf soll schöner werden“ um den Aspekt Familienbewusstheit;
  • Gezielte Ansprache und Angebote für bzw. Einbindung/Vernetzung von/mit Unternehmen/Institutionen im Feld Familienbewusstheit/Familienbewusste Personalpolitik:
  • z. B. Konzepte/Angebote zur psychosozialen Betreuung beim Wiedereinstieg in den Beruf (Elternphase; Arbeitslosigkeit);
  • Konkrete Vernetzung/Kooperation mit vorh. Angeboten (z.B. gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft) im Bereich altersgerechtes bzw. generationsübergreifendes Wohnen und gebündelte informelle Vermittlung an weitere Bedarfsträger;
  • Konkreter Beratungsservice aus Expertise des OBK im Bereich betreutes bzw. altersgerechtes bzw. generationenübergreifendes Wohnen;
  • Info- und Diskussionsveranstaltungen zu familienspezifischen Themen für BürgerInnen;
  • Förderung der Eigenwerbung der Städte und Gemeinden (z.B. flächendeckende „O-Töne“)
  • Familien- und Haushaltsserviceangebote  - z. B. in Kooperation mit dem Tagesmütternetz und der Freiwilligenbörse;



Handlungsfeld 4
Stärkung der Familien- und Erziehungskompetenz
Credo dieses Handlungsfeldes:
Sozialkompetenz = Familien- und Erziehungskompetenz = Berufskompetenz

Schwerpunkte / Themenfelder des Handlungsfeldes
  • Ausserschulische Betreuungsangebote;
  • Umsetzung des Frühwarnsystems (Konzept Jugendamt);
  • Präventionsangebote, (vernetzte betriebliche Sozialarbeit, Gewalt, Sucht etc.)
  • Initiierung des Aufbaus eines Familienzentrums im OBK für eine zentrale gebündelte Zugänglichkeit von spezifischen Informations- und Beratungsangeboten für Familien;
  • Familie und Sozialstatus

Umsetzung 
- konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Schwerpunkte / Themenfelder -
  • Ermittlung/Sammlung und vernetzte Vermittlung der vorhandenen breiten Angebotsstruktur (Familien-, Erziehungsberatung, Kinder- und Jugendpflege und –beratung, Trennungs- und Scheidungsberatung; Elterncoaching, Suchtprävention und -beratung; Gewaltprävention [seel./körperl. Gewalt], Frauen- bzw. Alleinerziehende, Supervision/Coaching etc.)
  • Vernetzung/Kooperation in vorh. bzw. zukünft. Angeboten mit regionalen Unternehmen/Institutionen (als Angebots-Partner bzw. Konzept-Partner im Bereich Vermittlung/Beratung in Erziehungs- und Familienkompetenz);
  • Vernetzung/Kooperation in vorh. bzw. zukünft. Angeboten mit zukünftigen regionalen Familienzentren (als Angebots-Partner bzw. Konzept-Partner);
  • Konzept und Umsetzung einer (präventiven) Frühförderung von zukünftigen bzw. aktiven Eltern im Elternalltag;
  • Öffnung der Veranstaltung „Früchte der Armut“ Nov. 06 für Lokale-Bündnis-Partner;
  • Kreis-Koordinationsstelle Suchtprävention (Gesundheitsamt) vernetzt sämtliche Träger und Angebote im Feld Suchtprävention und vermittelt informell (u.a. über das BIGS)



Handlungsfeld 5
Umsetzung der Handlungsfelder des LB in Oberberg in den Städten und Gemeinden des OBK

Schwerpunkte / Themenfelder des Handlungsfeldes
  • Offene Ganztagsschule (u.a. qualifizierte Nachmittags-Betreuung von Schülern / Schülerinnen);
  • Frühwarnsystem als Modellprojekt in Hückeswagen (anvisiert als Durchführung auch in Waldbröl)
  • Familienfreundliches Stadtzentrum;

Umsetzung 
- konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Schwerpunkte / Themenfelder -
  • Bündelung der vorhandnen Expertise und Best Practise in der Region
  • Austausch und synergetische Vernetzung/ konkrete Kooperation der Lokale-Bündnis-Partner und der breiten vorhandenen Angebotsstruktur
  • konkrete Kooperation der Lokale-Bündnis-Partner in der Nutzung und im gezielten Ausbau der breiten vorhandenen Angebotsstruktur


Konzepte zu Einzelprojekten können gerne erfragt werden.

Oberbergischer Kreis
Der Landrat
Moltkestr. 42
51643 Gummersbach

Jochen Hagt, Allgemeiner Vertreter des Landrates
Tel.: 02261/88 3000
Birgit Steuer, Wirtschaftsförderung
Tel.: 02261/88 6888
Fax: 02261/88 6889


Letzte Änderung: 11. Januar 2007