Geflügelpest / Vogelgrippe

Die hochansteckende aviäre Influenza, auch Geflügelpest oder Vogelgrippe genannt, ist eine anzeigepflichtige und daher staatlich bekämpfungspflichtige Tierseuche, die bei gehaltenen Vögeln und Wildvögeln nach teilweise schweren Erkrankungserscheinungen zu massenhaftem Verenden führen kann. Alle Geflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten sind empfänglich für Influenzaviren der Vögel. Wildlebende Wasservögel sind die natürlichen Reservoire der aviären Influenza. Die Krankheit wird durch verschiedene Virusstämme ausgelöst, von denen einige auch ein ansteckendes Potential für den Menschen aufweisen. Ein Ansteckungsrisiko für den Menschen besteht nur bei sehr intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel.

Durch den jährlichen Vogelzug gelangen Geflügelpest-Viren von Asien nach Europa. In Asien zirkulieren seit vielen Jahren verschiedene Geflügelpeststämme. Wildvögel versammeln sich von Oktober bis Dezember in hohen Dichten an Sammelplätzen in Zwischen- oder Überwinterungsquartieren. Niedrige Temperaturen im Herbst und Winter stabilisieren die Infektiosität von Influenzaviren in der Umwelt und begünstigen somit die Verbreitung der Viren.

Damit wächst im Winter das Risiko einer Einschleppung des Geflügelpestvirus in Geflügelhaltung auch in den Oberbergischen Kreis. Die Entwicklung der Lage wird genau beobachtet, bei einer weiteren Ausbreitung nach NRW können weitere Sicherheitsmaßnahmen wie eine Aufstallungspflicht zum Schutz der Hausgeflügelbestände angeordnet werden.

In Zeiten einer besonderen Geflügelpestgefahr sollten Geflügelhalterinnen und -halter auch schon vor der Verhängung einer Aufstallungspflicht ihr Geflügel vor einem möglichen Erregereintrag bestmöglich schützen und Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen:

  • Geflügel darf nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden                                                     
  • keine Nutzung von Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden
  • bei erhöhten Tierverlusten im Bestand ist zudem eine tierärztliche Untersuchung vorgeschrieben
  • Geflügelhaltungen müssen dem zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse Nordrhein-Westfalen gemeldet werden. Ist dies bisher nicht geschehen, sollte die Meldung auch bei Hobbyhaltungen schnellstens nachgeholt werden

Tote Wildvögel können immer beim Veterinäramt abgegeben werden. Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang, vor allem in einem harten Winter. Bringen Sie deshalb nicht jeden einzelnen totgefundenen Vogel. Wenn aber gehäuft Wildvögel deutlich krank oder an einer Stelle tot gefunden werden, ist eine Untersuchung sinnvoll. Tote Vögel können auch kontaktlos rund um die Uhr in einen speziellen Probenkühlschrank am Standort des Veterinäramtes eingeworfen werden. Die Vögel sollten dazu gut verpackt werden z.B. in einen Gefrierbeutel und mit Name, Anschrift, Telefonnummer und dem Fundort versehen werden

Weitere Informationen

Informationen für Geflügelhaltungen in mobilen Ställen: Bundesverband mobile Geflügelhaltung e.V.

 

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