02.09.2026: Neue hausärztliche Versorgung in Waldbröl startet im Oktober

Medizinisches Versorgungszentrum am Kreiskrankenhaus stärkt die ambulante Versorgung im südlichen Oberbergischen Kreis.

Oberbergischer Kreis. Anfang Oktober nimmt das neue hausärztliche Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses Waldbröl seinen Betrieb auf. Mit der Fachärztin für Allgemeinmedizin Heike Gutermuth entsteht ein zusätzliches hausärztliches Angebot für die Menschen im südlichen Oberbergischen Kreis. Der Standort verbindet kurze Wege für die Patientinnen und Patienten mit einer engen Anbindung an die Kliniken und Fachabteilungen des Kreiskrankenhauses.

„Eine gute und verlässliche hausärztliche Versorgung ist ein wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge und damit ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität in unserem Kreis“, sagt Landrat Klaus Grootens. „Mit dem neuen MVZ in Waldbröl schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern zusätzliche Versorgungskapazitäten und stärken insbesondere das südliche Kreisgebiet. Gleichzeitig legen wir den Grundstein für eine langfristige Entwicklung des Standorts.“

Die hausärztliche Versorgung steht bundesweit vor großen Herausforderungen. Auch im Oberbergischen Kreis ist der zunehmende Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten spürbar. Gemeinsam mit dem Klinikum Oberberg, der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und weiteren Partnern beschreitet der Oberbergische Kreis deshalb neue Wege, um die ambulante Versorgung zu sichern und weiterzuentwickeln.

„Aus einer gemeinsamen Idee wird ein tatsächliches Versorgungsangebot für die Menschen hier vor Ort“, sagt Sascha Klein, Geschäftsführer des Klinikums Oberberg. „Wir reden heute nicht mehr über ein Konzept – wir haben die Voraussetzungen geschaffen, damit Versorgung stattfinden kann.“

Mit Heike Gutermuth konnte eine erfahrene Fachärztin für Allgemeinmedizin für den neuen Standort gewonnen werden. Die gebürtige Troisdorferin studierte Humanmedizin an der Universität Bonn und war unter anderem am Universitätsklinikum Bonn sowie an den Katholischen Kliniken Oberberg in Engelskirchen tätig. Zuletzt arbeitete sie als Fachärztin für Allgemeinmedizin in einer Praxis in Rösrath.

„Wir werden mit dieser Praxis von Null starten. Ich freue mich darauf, alles zu strukturieren und aufzubauen“, sagt Heike Gutermuth. Gemeinsam mit dem Team der MVZ Oberberg GmbH laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für den Praxisstart.

Enge Verbindung von ambulanter und stationärer Medizin

Ein besonderer Vorteil des neuen Standorts ist die unmittelbare Nähe zu den Kliniken und Fachabteilungen des Kreiskrankenhauses Waldbröl. Wenn Patientinnen und Patienten eine weiterführende Diagnostik oder eine spezialisierte Behandlung benötigen, können sich die Ärztinnen und Ärzte des MVZ eng mit den Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus abstimmen.

„Entscheidend sind am Ende die Menschen, die hier Medizin machen“, betont Sascha Klein. „Wir schaffen mit dem MVZ die Voraussetzungen dafür, ambulante und stationäre Medizin noch stärker miteinander zu vernetzen und vorhandene medizinische Expertise gemeinsam zu nutzen.“

Das neue MVZ versteht sich dabei ausdrücklich als Ergänzung der bestehenden hausärztlichen Strukturen. Es soll keine Konkurrenz zu den niedergelassenen Hausarztpraxen darstellen, sondern zusätzliche Kapazitäten schaffen und eng mit den Praxen in der Region zusammenarbeiten.

Auch Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber begrüßt die Entwicklung: „Eine gute medizinische Versorgung gehört zu einer lebenswerten Stadt und ist für Menschen aller Altersgruppen von Bedeutung.“ Das MVZ sei ein starkes Signal für Waldbröl und die gesamte Region.

Hausärztlichen Nachwuchs für die Region gewinnen

Der Blick richtet sich bereits über den Start des MVZ im Oktober hinaus. Perspektivisch soll der Standort weiterentwickelt und auch für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin genutzt werden. Junge Ärztinnen und Ärzte sollen künftig den ambulanten Teil ihrer Weiterbildung in Waldbröl absolvieren können. Ziel ist es, frühzeitig Interesse an einer späteren hausärztlichen Tätigkeit im Oberbergischen Kreis zu wecken.

Landrat Klaus Grootens sieht darin einen wichtigen Bestandteil der langfristigen Strategie: „Wir wollen nicht nur kurzfristig zusätzliche Versorgung ermöglichen. Unser Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, die auch langfristig tragen. Dazu gehört insbesondere, junge Ärztinnen und Ärzte für den Oberbergischen Kreis zu gewinnen und ihnen hier gute Perspektiven für ihre berufliche Zukunft zu bieten.“

Landrat Klaus Grootens (m.), Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber (3.v.r.) sowie Vertreter des Kreises, des Klinikum Oberberg und der Kassenärztlichen Vereinigung begrüßten Dr. Heike Gutermuth (3.v.l.) offiziell in den Räumlichkeiten des hausärztlichen Medizinischen Versorgungszentrum am Klinkum Oberberg in Waldbröl. (Foto: OBK)
Landrat Klaus Grootens (m.), Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber (3.v.r.) sowie Vertreter des Kreises, des Klinikum Oberberg und der Kassenärztlichen Vereinigung begrüßten Dr. Heike Gutermuth (3.v.l.) offiziell in den Räumlichkeiten des hausärztlichen Medizinischen Versorgungszentrum am Klinkum Oberberg in Waldbröl. (Foto: OBK)


Letzte Änderung: 02. September 2026