Pressemitteilung
Veröffentlichungsdatum: 2012-11-02
Gegen Fixierungen in Pflegeheimen: Kreis und Amtsgericht für "Werdenfelser Weg" Als Alternative zu freiheitsentziehenden Maßnahmen setzen Kreis und Amtsgericht Gummersbach auf das Modellprojekt "Werdenfelser Weg". Dabei stehen Freiheit und Würde des Menschen im Zentrum
Verfahrenspfleger überprüft zukünftig Alternativen für betroffene Patienten
Oberbergischer Kreis. Kranke und demente Menschen im Oberbergischen Kreis sollen möglichst nicht mehr mit freiheitsentziehenden Maßnahmen gesichert werden. Bettgitter, Bauch- und Armgurte, Vorsatztische: mit diesen Fixierungen sollen pflegebedürftige Patientinnen und Patienten vor Verletzungen geschützt werden. Allerdings können durch diese Fixierungen ehebliche seelische und körperliche Beeinträchtigungen ausgelöst werden.
Ziel ist es, freiheitsentziehende Maßnahmen bei Pflegebedürftigen deutlich zu reduzieren und bestenfalls ganz zu vermeiden. Dafür setzen sich der Oberbergische Kreis und das Amtsgericht Gummersbach jetzt gemeinsam ein. Die Initiative des Amtsgerichts Gummersbach ist auf große Resonanz gestoßen und hat durch die gute Zusammenarbeit bereits viele Menschen, die im Pflegebereich tätig sind, zusammengebracht.
Die Initiative "Werdenfelser Weg" zeigt Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen auf. Das Modellprojekt wurde vor fünf Jahren im Landkreis Garmisch Patenkirchen entwickelt und stößt bundesweit auf großes Interesse. "Auch im Oberbergischen Kreis ist die Resonanz auf dieses neue Verfahren außerordentlich gut", sagt Sozialdezernent Dr. Jorg Nürmberger. Seit Mai dieses Jahres haben mehrere Planungsgespräche zwischen Amtsgericht Gummersbach und Kreis (Heimaufsicht, Betreuungsstelle, Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren des Kreises) stattgefunden.