Pressemitteilung
Veröffentlichungsdatum: 2015-08-18
„Ein Kind ist in Gefahr“ - Kreisjugendamt geht allen Hinweisen nach Das Kreisjugendamt des Oberbergischen Kreises informiert über seinen Umgang mit Kindeswohlgefährdungen und gibt Einblick in seine Arbeitsweise
Oberbergischer Kreis. Von Nachbarn, vom Kinderarzt, von Lehrern, von der Polizei und von Spielgefährten - Hinweise darauf, dass in einer Familie etwas nicht stimmt, gibt es von vielen Seiten. Die „SOS-Antennen“ des Kreisjugendamtes sind dabei immer auf Empfang. Insgesamt 442 Mal ist das Jugendamt des Oberbergischen Kreises im vergangenen Jahr solchen Hinweisen nachgegangen. „Hinsehen, handeln und helfen“ ist das Motto.
61 Mal haben die Experten des Kreisjugendamtes im vergangenen Jahr akute Fälle von Kindeswohlgefährdungen aufgedeckt. Hierbei handelt es sich um psychische und körperliche Misshandlungen bis hin zu sexueller Gewalt. Immer wieder sind auch besonders junge Kinder betroffen: In rund 7 Prozent aller gemeldeten Fälle, bei denen der Verdacht einer Gefährdung vorlag, waren die Kinder jünger als drei Jahre.
„Im Ernstfall bilden Experten ein Team, sammeln alle wichtigen Fakten und überlegen: Wie brenzlig ist die Situation? Was ist zu tun, damit Kinder und Eltern nicht überfordert werden? Wichtig dabei ist, dass viele Augen auf die Situation in einer Familie schauen und diese möglichst gut verstehen“, sagt Annemarie Jacob-Ogbukadike vom Kreisjugendamt. Sie leitet dort die Abteilung für sozialpädagogische Aufgaben
Es komme darauf an, sich ein umfassendes und differenziertes Bild von der Situation zu machen. Was dann genau unternommen werde, hänge vom Urteil der Fachleute ab. In jedem Fall gehe das Jugendamt allen Hinweisen nach und baue einen direkten Draht zur Familie auf. „Wir müssen uns die Lage ganz konkret vor Ort ansehen“, sagt Annemarie Jacob-Ogbukadike.