Pressemitteilung
Veröffentlichungsdatum: 2015-11-05
Flüchtlingshilfe im Oberbergischen: Viele Helfer, Bedarf steigt weiter Das Kreisjugendamt des Oberbergischen Kreises bereitet sich darauf vor, künftig deutlich mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. Benötigt werden weiterhin Dolmetscher, Ärzte...
Oberbergischer Kreis. "Wir sind dankbar, dass sich so viele Menschen im Oberbergischen auch ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe einsetzen, aber der Bedarf wird wieder steigen", sagt Landrat Jochen Hagt. Der Landrat appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, sich weiterhin zu engagieren, "Wenngleich wir bei der Flüchtlingshilfe alle an der Grenze der Belastbarkeit angelangt sind."
Gasteltern für minderjährige Flüchtlinge gesucht
Das Kreisjugendamt des Oberbergischen Kreises bereitet sich darauf vor, künftig deutlich mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung, nach der unbegleitete Flüchtlingskinder künftig bundesweit auf die Jugendämter aller Kommunen verteilt werden können. „Wir rechnen mit mindestens 50 unbegleiteten Minderjährigen, die aktuell und im Laufe des nächsten Jahres in Obhut genommen, versorgt und begleitet werden müssen. Eine Zahl, die sich aufgrund der aktuellen Entwicklung der Flüchtlingszahlen auch noch deutlich nach oben verändern kann,“ sagt Heinz Thelen, Leiter des Kreisjugendamtes.
Nicht alle Kinder und Jugendlichen können oder sollen in betreuten Wohngruppen oder Einrichtungen untergebracht werden. Deshalb werden auch Gasteltern gesucht, die bereit sind, Jugendliche im Rahmen einer Vollzeitpflege aufzunehmen. Die „Eltern auf Zeit“ sollten Freude am Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen haben und Verständnis für andere Kulturen und Lebensumstände mitbringen. Ein Migrationshintergrund und Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil.
„Familien, die einen jungen Flüchtling bei sich aufnehmen wollen, werden natürlich auf ihre Aufgabe vorbereitet und fortlaufend von sozialpädagogischen Fachkräften begleitet“, sagt Heinz Thelen und weist auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt oder dem freien Träger der Jugendhilfe hin. Den Gasteltern werde für die Aufnahme eines Jugendlichen in ein Pflegeverhältnis ein angemessenes Pflegeentgelt gezahlt.
Wer sich vorstellen kann, als „Eltern auf Zeit“ junge Menschen bei sich aufzunehmen oder unverbindlich informieren möchte, setzt sich bitte mit dem freien Jugendhilfeträger Sozialraummanagement GmbH in Wiehl unter Telefon 02262 6924160 oder direkt mit dem Pflegekinderdienst des Kreisjugendamtes unter Telefon 02261 88-5182 in Verbindung.