Der Gruß der oberbergischen Landfrauen an den Landrat (Foto: OBK)
In seiner Begrüßungsrede betont der Landrat, welch hohe Bedeutung die Landwirtschaft für Mensch und Natur hat. Gleichzeitig sei er sich aber bewusst, „dass der Erntedank auch in diesem Jahr wieder etlichen Bauern schwer fällt. Die erzielten Marktpreise erfüllten viele mit Sorge. „Viele Konsumenten verfahren nach der „Geiz ist geil“-Methode und bevorzugen Billigprodukte“. Doch es ist notwendig, dass „die guten Produkte unserer heimischen Bauern honoriert werden“, sagt Hagen Jobi.
Dieses Bewusstsein zu schärfen, wünscht sich auch Kreislandwirt Hans Stöcker. Er beklagt, dass Erntedank lange Zeit „kein Fest mehr mit einem besonderen Stellenwert in der Öffentlichkeit ist oder war?“ Den Bauern sei allerdings bewusst, dass trotz Düngung und Biotechnologie „Lebensmittel nur dann produziert werden können, wenn Regen, Sonne und Wind im ausgewogenen Maße zur Verfügung stehen. Wer zunächst wochenlang auf wärmeres, sonnenreicheres Wetter, dann angesichts tropischer Temperaturen im Juni/Juli auf Regen gewartet hat, und dann wieder um gutes Erntewetter im August zittern musste, sieht eine gute Ernte in einem anderen Licht.“
Die Einkommenssituation in der Landwirtschaft habe sich - trotz steigender Milchpreise - in den vergangenen Jahren kaum erholt, beklagt Hans Stöcker. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe werde wohl weiter sinken. Doch: „Im Oberbergischen werden sich die Betriebe in der Milchviehhaltung weiterentwickeln, weil hier eine nachhaltige Milchproduktion möglich ist.“ Nicht zuletzt werde diese durch den Nachwuchs gesichert.
Hier haken auch die Kreislandfrauen ein, die mit neuen Projekten gerade junge Bauersleute unterstützen möchten. Mechthild Dörmbach, Vorsitzende der Kreislandfrauen stellt die Kooperation „Management@home“ vor, die jungen Frauen die Fähigkeiten rationeller Haushaltsführung und in der Zubereitung von hochwertigen Mahlzeiten vermittelt. Dazu werden im Haus der Familie in Wipperfürth nach den Herbstferien Seminare angeboten.