Expertenwissen vermittelt: Suchtproblematik erkennen und Sucht vorbeugen
Wie eine Suchtproblematik erkannt werden und darauf angemessen reagiert werden kann, veranschaulichte Dr. Peter Melchers, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in seinem Vortrag. Dr. Bodo Unkelbach, Chefarzt der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Marienheide, verwies in seinem Referat darauf, dass der Suchtprävention durch die Förderung der Resilienz ein besonderer Stellenwert zukommt. Die beste Suchtprävention bestehe in der Stärkung der Persönlichkeit, da man dann keine Substanz mehr benötige, um das seelische Gleichgewicht zu regulieren. In diesem Zusammenhang spiele auch die Schule eine wichtige Rolle.
In insgesamt acht Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden vertiefend mit dem Thema „Suchtproblematik“. Dabei gab es Angebote zu verschiedenen Aspekten von Sucht, z.B. Alkohol- und Tabakprävention, aber auch zum Thema Essstörungen und Cannabis. Der zunehmende Einfluss, den die digitale Entwicklung auf das Leben junger Menschen hat, und eine mögliche Entstehung einer Medienabhängigkeit, waren zentrale Themen im Workshop der AOK zum Thema Onlinesucht. Zudem konnten die Lehrkräfte im Workshop der Beratungsstelle Herbstmühle lernen, welche Hilfestellungen es für Kinder und Jugendliche gibt, deren Eltern durch eine Sucht betroffen sind.
Junge Menschen so stärken, dass sie sich vor gefährdenden Einflüssen schützen können
Als gelungenes regionales Präventionsangebot konnte der Projektleiter Axel Gadebusch die Ausstellung Lebens(um)wege präsentieren. Anna Thomas, Caritas Oberberg, leitete einen Workshop zur Alkoholprävention.
Im Abschlussgespräch bewertete der Schulleiter der Gymnasiums Lindlar Christoph Menn-Hilger den Fachtag als gewinnbringende Fortbildungsveranstaltung, die viele Informationen, Anregungen und Begegnungen der regionalen Akteure vor Ort ermöglicht habe. Es sei wichtig, Suchtprävention regelmäßig und in verschiedenen Altersstufen in den Schulalltag zu integrieren. "Wir alle sind dazu angehalten junge Menschen so zu stärken, dass sie eigenverantwortlich und vor allem sozialkompetent die Herausforderungen des Heranwachsens meistern und in der Lage sind, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen", sagt Sozialdezernent Ralf Schmallenbach.