Informationen zum Infektionsgeschehen:
Nicht nur im Oberbergischen Kreis sind die jüngeren Altersgruppen am stärksten von Infektionen betroffen. In den jüngsten Altersgruppen ist in der Regel noch kein Impfschutz oder noch kein vollständiger Impfschutz vorhanden (Impfung erst ab fünf Jahren). Die höchste altersspezifische 7-Tage-Inzidenz weist aktuell die Gruppe der Zehn- bis 19-Jährigen mit einem Wert vom 3.247,0 auf.
Nach wie vor gibt es viele Infektionen in Schulen und KiTa. In der Regel werden individuelle Quarantäneanordnungen getroffen. Bei Ausbruchsgeschehen stellt das Gesundheitsamt unter bestimmten Voraussetzungen auch ganze Gruppen und Klassen mittels Allgemeinverfügung unter Quarantäne. Davon wird immer mehr abgerückt, weil sich die Vorgaben und Abläufe verändert haben. Es wird noch verstärkter auf Einzelquarantänen gesetzt. Bei positiven Pooltests bzw. Selbsttests oder Schnelltests von einzelnen Schülerinnen und Schülern unterstützt das Gesundheitsamt mit einem PCR-Testangebot, dass nach Terminvereinbarung in Anspruch genommen werden kann. Die Terminierungsmöglichkeiten sind den Schulleitungen bekannt. Die bisherigen Erfahrungen nach der Umstellung des Vorgehens sind durchaus positiv.
Stand 10.02.2022 waren noch 157 Personen aus dem Bereich KiTa, 177 Personen mit Bezug zu Grundschulen und 99 Personen mit Bezug zu weiterführenden Schulen aufgrund einer Allgemeinverfügung in Quarantäne.
Aufgrund des hohen Infektionsdrucks in der Bevölkerung sind auch vulnerable Gruppen sowie Menschen in den höheren Altersgruppen immer stärker betroffen. Hinzukommt, dass die Schutzvorkehrungen in den Pflegeeinrichtungen nicht mehr so hoch sind, wie noch vor einigen Monaten. Besuche sind grundsätzlich wieder möglich. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Infektionseintrag von außen.
Die Inzidenz der über 90-Jährigen lag am 31.01.2022 noch bei 244,7. Am 07.02.2022 lag die Inzidenz bei 1.153,4. Dies ist eine Steigerung von 371%. Es liegen 20 Ausbruchsgeschehen in vollstationären Pflegeeinrichtungen im gesamten Oberbergischen Kreis vor (Stand 10.02.2022). In sieben dieser vollstationären Einrichtungen bestehen größere Ausbruchsgeschehen mit jeweils mehr als zehn laborbestätigten Fällen. Darüber hinaus gibt es derzeit vier Ausbruchsgeschehen in Wohnformen der Eingliederungshilfe und sieben Ausbruchsgeschehen im Ambulanten Dienst nach SGB XI.
Insgesamt befinden sich 154 infizierter Pflegebedürftige und 187 infizierte Personen des Personals in Quarantäne (Stand: 10.02.2022). 80 Prozent der infizierten Pflegebedürftigen haben die dritte Impfung erhalten. Ein Prozent ist zweimal geimpft. Die restlichen 19 Prozent sind ungeimpft. Die Krankheitsverläufe sind überwiegend mild. Im Vergleich zu den ersten Erkrankungswellen, bei denen zumeist kein vollständiger Impfschutz vorlag und oftmals schwere bis tödliche Verläufen auftraten, zeigt sich nun der positive Effekt der Impfungen. Die vollständige Impfung mit Boosterimpfung schützt auch vulnerable Personen in der Regel vor einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf. Hinzukommt, dass die inzwischen vorwiegend verbreitete Omikronvariante zwar ansteckender ist und schnell mehr Menschen in einer Einrichtung betrifft als die Deltavariante, dafür aber oftmals milder verläuft.