"Trotz Corona-Pandemie ist das kulturelle Schaffen im Oberbergischen weitergegangen und auf einem guten Niveau. Beweis dafür sind die 37 Anträge der kulturschaffenden Bewerberinnen und Bewerber. Mit der Verleihung dieses Sonderpreises zeigen wir nicht nur Wertschätzung sondern schaffen auch wieder ein Stück Sichtbarkeit für die Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen zwei Jahren unter äußerst erschwerten Bedingungen kreativ waren", sagt Kulturdezernent Felix Ammann.
Ergänzend dazu wies Kulturamtsleiter Steffen Müller auf die Vielfalt oberbergischen Kulturschaffens hin, die durch die Bewerbungen sichtbar wurde. Unterschiedlichste kulturelle Projekte und künstlerische Genres setzten sich mit der Pandemie auseinander. „Jeden Morgen stehen Menschen auf, um Kunst und damit Begegnung zu schaffen", sagte Steffen Müller mit Blick auf das unermüdliche Engagement der kreativ Tätigen.
Auch das werde mit dem ausgelobten Sonderpreis gewürdigt.
Förderkreis für Kinder, Kunst, Kultur e.V.: „Kinder locked down“
Der Förderkreis für Kinder, Kunst und Kultur in Bergneustadt e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendlichen aus Bergneustadt kulturell, sozial und auch künstlerisch zu fördern. Die von Andrea Perthel geleitete Kunstwerkstatt hat mit dem Projekt „Kinder locked down“ das Ziel verfolgt, die kreative Auseinandersetzung der Pandemie aus Sicht der Kinder und Jugendlichen zu beleuchten und zu fördern. Die Kinder gestalteten eine lebensgroße Figur, die zentrale Themen der Pandemie aufgreift sowie großformatige Porträts, die ganz unterschiedliche Gefühle zum Ausdruck bringen. Dazu fertigten sie collagenartige Masken an, die den Porträts vorgesetzt werden können und eindrucksvoll vermitteln, wie die Maske den emotionalen Ausdruck verändert. Professionell mit Bleistift- und Farbskizzen bereiteten die jungen Künstlerinnen und Künstler Ihre Porträts vor. Die Werke sind so unterschiedlich wie das Erlebte selbst. Das Projekt vermittelt anschaulich, wie Kinder und Jugendliche die Pandemie erlebt haben und was sie beschäftigt hat und zeigt zugleich, wie wichtig ein gemeinsamer kreativer Austausch beim Verarbeiten des Erlebten sein kann.
WareHouseStage
Die Initiative WareHouseStage engagiert sich seit 2020 kontinuierlich und ehrenamtlich in besonderem Maße für die Kulturszene Oberbergs. Als mit Beginn der Pandemie auf einmal keine Konzerte und Events mehr möglich waren schlossen sich im ersten Corona-Frühling Mario Birk, Stefan Förster und Markus Missbrandt zusammen und gründeten die WareHouseStage, benannt nach dem Lagerhaus des Technikverleihers, der noch wenige Woche zuvor Bühnen und Licht- und Tontechnik im gesamten Kreis bewegt hatte. Mit einem Livestream stand das Programm für die Musikszene und die Region nun jeden Samstag fest: um 20 Uhr gab es den Livestream der WareHouseStage. Seit Mai 2020 hat die WarehouseStage mit ihren Live-Streams mehr als sechzig Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne geboten und sich zu einem deutschlandweit bekannten Format entwickelt. Zuschauerinnen und Zuschauer von überall auf der Welt verfolgen mittlerweile die Streams des oberbergischen Teams, das plant, Oberberg bald auch live und in Farbe Konzerte zu bieten. Dieses aus der Not geborene und rein ehrenamtliche Projekt, oberbergische Musikerinnen und Musiker in der Pandemie zu unterstützen zeigt das Herzblut des Teams für Oberberg und die Musik gleichermaßen.