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Pressemitteilung

Veröffentlichungsdatum: 2022-12-08

Gefahren bei Energieeinsparung Anpassung der Temperaturen der Warmwasserversorgung

Oberbergischer Kreis. Im Zuge der anhaltenden Diskussion zu dringend notwendigen Maßnahmen zur Einsparung von Energie, rückt auch die Warmwasserversorgung als Energieverbraucher in den Fokus. Sowohl im privaten als auch öffentlichen Bereich besteht die Tendenz, Energieeinsparungen durch Abschalten der Warmwasserversorgung oder Absenkung der Temperaturen in Warmwasserkreisläufen zu erreichen.

Daraus resultiert die Gefahr eines vermehrten bakteriellen Wachstums im Leitungssystem. Die größte Bedeutung für eine eventuelle Beeinträchtigung der Gesundheit haben dabei Legionellen. Sie unterscheiden sich von den meisten anderen pathogenen Bakterien dadurch, dass sie sich nicht im menschlichen Körper vermehren, sondern in Biofilmen der Trinkwasserhausinstallation. Insbesondere im Temperaturbereich von 20 °C bis ca. 55 °C finden Legionellen optimale Bedingungen um zu gedeihen.

Über Wasserdampf, zum Beispiel während des Duschens, können Legionellen eingeatmet werden und eine schwere Lungenentzündung auslösen.

Das Wachstum von Legionellen wird begünstigt durch:

  • starke Absenken der Temperatur in Warmwassersystemen
  • langen Stagnationszeiten - mehr als 72 Stunden
  • Nutzungsunterbrechungen ohne Entleerung der Leitungen - Stagnation
  • unsachgemäße Außerbetriebnahme und Wiederinbetriebnahmen

Der Warmwasserkreislauf sollte so eingestellt werden, dass die Temperatur nach dem Warmwasserbereiter mindestens 60  C beträgt. Bei 60 °C können Legionellen sich nicht mehr vermehren.

Allerdings werden die Legionellen bei diesen Temperaturen NICHT abgetötet!

Eine thermische Desinfektion, d.h. eine Abtötung der Legionellen, erfolgt erst mit einer Erhöhung der Temperatur auf 70 °C.

Bei der Überlegung, die Betriebstemperatur von Warmwassersystemen zum Zwecke der Energieeinsparung abzusenken, ist unbedingt die damit einhergehende Gefährdung der Gesundheit zu berücksichtigen.

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