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Pressemitteilung

Veröffentlichungsdatum: 2026-10-14T16:25

Fachtag zum Kinderschutz Rechtliche Handlungssicherheit und gute Zusammenarbeit im Fokus.

Oberbergischer Kreis. Rund 100 Fachkräfte nahmen am Fachtag „Rechtsgrundlagen, Datenschutz und Schweigepflicht im Kinderschutz“ im Krawinkelsaal in Bergneustadt teil. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von den fünf oberbergischen Jugendämtern organisiert und brachte Mitarbeitende der Allgemeinen Sozialen Dienste mit Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, Beratungsstellen, Gesundheitswesen, Polizei sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren aus dem Sozialraum zusammen.

Im Mittelpunkt standen die rechtlichen Grundlagen des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung sowie Fragen des Datenschutzes und der Schweigepflicht. Referent Prof. Dr. Rolf Jox vermittelte praxisnahe Impulse und zeigte auf, wie rechtliche Vorgaben im Arbeitsalltag sicher angewendet werden können.

Denn im Kinderschutz entstehen immer wieder Situationen, in denen schnell und gleichzeitig rechtssicher gehandelt werden muss: Eine Schule nimmt beispielsweise deutliche Veränderungen bei einem Kind wahr und macht sich Sorgen um dessen Wohlergehen. Es stellt sich dann die Frage, welche Informationen mit dem Jugendamt ausgetauscht werden dürfen, welche Voraussetzungen dafür gelten und wie die beteiligten Fachkräfte ihre jeweiligen Aufgaben und Zuständigkeiten berücksichtigen. Genau solche Fragen wurden im Rahmen des Fachtages aufgegriffen und gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

„Kinderschutz braucht verlässliche Strukturen, klare Zuständigkeiten und eine gute Zusammenarbeit. Als Oberbergischer Kreis tragen wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern Verantwortung dafür, dass Kinder und Jugendliche wirksam geschützt werden. Der regelmäßige fachliche Austausch ist dafür ein wichtiger Baustein“, betonte Sozialdezernent Ralf Schmallenbach.

Neben dem Kreisjugendamt des OBK sehen auch die vier städtischen Jugendämter Gummersbach, Radevormwald, Wiehl und Wipperfürth den fachübergreifenden Austausch als wichtigen Bestandteil eines wirksamen Kinderschutzes. Die Netzwerkkoordinierenden der fünf Jugendämter erklären gemeinsam: „Kinderschutz gelingt dann gut, wenn die beteiligten Stellen ihre jeweiligen Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen kennen und miteinander im Gespräch bleiben. Unser Ziel ist es, verlässliche Kooperationsstrukturen zu schaffen und gleichzeitig die Handlungssicherheit aller Beteiligten zu stärken.“

Eine Teilnehmerin hob die Bedeutung des fachlichen Austauschs hervor und resümierte: „Der Fachtag hat gezeigt, dass Datenschutz und Schweigepflicht im Kinderschutz alles andere als ein trockenes Thema sein muss. Der Leitsatz ‚Datenverarbeitung dürfen Sie nicht – außer Sie dürfen‘ hat dabei auf anschauliche Weise verdeutlicht, wie wichtig es ist, im konkreten Fall nach einer Erlaubnisnorm zu suchen, um rechtssicher agieren zu können. Praxisnahe Fallbeispiele, Raum für Fragen und der gemeinsame Austausch haben die Inhalte greifbar gemacht. Die Zeit ist wie im Flug vergangen – für mich ein Zeichen für einen rundum gelungenen und lebendigen Fachtag.“

Prof. Dr. Rolf Jox unterstrich die praktische Bedeutung der Themen: „Im Kinderschutz geht es darum, rechtliche Handlungssicherheit und fachliche Verantwortung miteinander zu verbinden. Ein vertieftes Verständnis von Datenschutz, Schweigepflicht und den jeweiligen Aufgaben ist eine wichtige Grundlage für gelingende Kooperation.“

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