Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW)
Kooperationspartner:
Aggerverband
Ennepe-Ruhr-Kreis
Oberbergischer Kreis
Rhein-Sieg-Kreis
Rheinisch-Bergischer Kreis
Stadt Leverkusen
Stadt Remscheid
Stadt Solingen
Stadt Wuppertal
Wupperverband
Hochwasser und Starkregen im Bergischen Land
Das Bergische Land steht vor erheblichen Herausforderungen durch die zu erwartende Zunahme von Starkregen- und Hochwasserereignissen.
Die Region zeichnet sich durch eine Topografie mit vielen Hanglagen, zahlreichen Flüssen und Bächen sowie durch eine vergleichsweise dichte Besiedlung und hohe Niederschlagsmengen aus.
Die hügelige Landschaft führt dazu, dass Niederschlagswasser, wenn es nicht zurückgehalten wird oder versickern kann, mit hoher Geschwindigkeit in Gewässer abfließt, die daraufhin schnell über die Ufer treten können.
Die hohe Besiedlungsdichte in den Tallagen kann bei Hochwasser und Starkregen zu erheblichen Schäden führen.
Dabei machen die Fließgewässer nicht an Verwaltungsgrenzen halt, sodass präventive Planungen und die Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen nur regional abgestimmt Erfolge versprechen.
Die Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper hat sich 2023 zusammengeschlossen, um diese Aufgaben gemeinsam voranzutreiben und ganzheitliche, langanhaltende Strategien für die Region zu entwickeln.
Das können Sie tun - vor, während und nach dem Hochwasser
Allgemeine Informationen
Alle Bürgerinnen und Bürger können sich über Apps und Websiten zum Hochwasserschutz informieren und dadurch sich selbst und ihr Zuhause besser schützen.
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Hochwasserportal NRW mit aktuellen Pegelständen und hydrologischen Lageberichten:
www.hochwasserportal.nrw.de -
Apps für iOS und Android: NINA, KATWARN, Meine Pegel
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Web-App zur Risikoermittlung für das eigene Zuhause:
hochwasser-app.nrw -
Information des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:
Vorsorgen und Handeln bei Hochwasser
Gebietsspezifische Informationen der Kooperationspartner
Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu den jeweiligen Gebieten.
Hochwasserentstehung
Die Hauptursache für das Auftreten von Überflutungen resultiert zum einen aus langanhaltenden, großräumigen Niederschlägen, zum anderen aus kurzlebigen, lokal begrenzten Starkregen. Dabei ist das Zusammenspiel von Niederschlag (Intensität und Menge) und Bodeneigenschaften (Speicherkapazität, Wassersättigung, Versickerungsrate) zentral.
Bei der Entstehung von Hochwasser und Sturzfluten kommen noch weitere wichtige Faktoren hinzu, die die Komplexität deutlich erhöhen: Flusshydraulische Eigenschaften, meteorologische und hydrologische Bedingungen, Landnutzung und Landbewirtschaftung sowie ufernahe Wert- und Sachgüter.
Erst die Kombination dieser Aspekte macht die Entstehung von Schadensrisiken durch Überflutungsereignisse aus.
Niederschläge werden durch den Wasserkreislauf gesteuert. Der Klimawandel wirkt sich auch auf den Wasserkreislauf und folglich auf die Entstehung von Hochwasser und Starkregen aus. Wenn die oberflächennahen Temperaturen ansteigen, erhöht sich auch die Fähigkeit der Atmosphäre, Wasserdampf aufzunehmen. Auf dieser Grundlage ist anzunehmen, dass sich ein Trend zur Zunahme von Häufigkeit und Intensität der Niederschlagsereignisse fortsetzt.
Ein aktives Handeln und das Vorantreiben des präventiven Schutzes vor Starkregen und Hochwasser ist daher von großer Bedeutung.
Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper
Hochwasser und Starkregen kennen keine Verwaltungsgrenzen. Sie stellen damit eine Kreis- und Stadtgrenzen überschreitende Herausforderung dar und machen eine ganzheitliche Betrachtung der Problematik umso bedeutsamer.
Vor diesem Hintergrund haben sich der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Oberbergische Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis, die Städte Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal wie auch der Agger- und Wupperverband im Januar 2023 zur Kooperation „Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper“ zusammengeschlossen.
Die Kooperation „Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper“ hat das Ziel, Maßnahmen und Lösungen zu erarbeiten, die dem vorsorgenden Hochwasser- und Starkregenschutz dienen. Dabei möchten die Kooperationspartner über ihre Grenzen hinweg interkommunal zusammenarbeiten und so Ressourcen bündeln, Fachwissen teilen und Synergien nutzen.
Damit werden weitergehende Hilfestellungen, sowohl für Bürgerinnen und Bürger, als auch für die zukunftsorientierten planerischen Prozesse der Städte und Gemeinden zur Risikoreduktion geschaffen und gefördert. So vernetzen sich die verschiedenen Partner miteinander und es wird ein ganzheitliches Informationsmanagement etabliert.
Die im Juli 2021 intensiv und großflächig gefallenen Niederschläge und damit ausgelösten Überflutungsereignisse haben alle bisherigen Erfahrungen hinsichtlich der Auswirkungen übertroffen. Prognosen und Trendbeobachtungen weisen darauf hin, dass solche Ereignisse in der Zukunft verstärkt auftreten werden, wodurch die Notwendigkeit zum Handeln sehr deutlich wird.
Umso wichtiger ist es, dass im Vorhinein solcher Überflutungsereignisse Vorbereitungen getroffen werden. So gehört die Flächenvorsorge und der natürliche Wasserrückhalt im Rahmen der Regional- und Bauleitplanung, die Vorbereitung der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes sowie eine zielgerichtete Verhaltens- und Informationsvorsorge zu einer effektiven Vorsorge.
In seinem 10-Punkte-Arbeitsplan hat das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Themen herausgearbeitet, die für eine erfolgreiche Anpassung an zukünftige, klimawandelbedingte Starkregen- und Hochwasserereignisse zentral sind. Unter anderem werden dort Hochwasserinformationen, -Vorhersagen und -Meldedienste die Zusammenarbeit von Raumplanung, Stadtentwicklung und Wasserwirtschaft sowie die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit angesprochen.
Die Kooperation „Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper“ setzt daran an. Ihr Ziel ist es, durch gezielte Information und Wissensaustausch in den Bereichen Hochwasserschutz, Starkregenschutz und Umgang mit Überflutungen über verschiedene Verwaltungen hinweg zusammenzuarbeiten.
Für die Wupper sollen Schwerpunkte (Hotspots) bei der Überflutungsvorsorge ermittelt und Maßnahmen zur Reduzierung der Gefahren geplant und umgesetzt werden.
Die Abbildung zeigt die zentralen Arbeitsfelder der Kooperation. Für eine Vernetzung aller wesentlicher Handlungsfelder im Hochwasser- und Starkregenrisikomanagement muss auf ein gutes Informationsmanagement, sowohl in der Einsatzlage, als auch in der Vorsorge, zurückgegriffen werden können. Ein ebenso wichtiger Bestandteil sind die mit der Überflutungsvorsorge einhergehende Planungsprozesse. Neben dem interkommunalen, fach- und verwaltungsübergreifende Informationsmanagement ist die Kommunikation mit der Bevölkerung ein wichtiger Baustein.
Steuerungsgruppe
Das Vorhaben und die Aufgaben der Kooperation werden durch die Steuerungsgruppe gelenkt.
Sie setzt sich zusammen aus den zuständigen Dezernentinnen und Dezernenten der Kreise und kreisfreien Städte beziehungsweise aus weiteren gleichgestellten Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern für die Bereiche Umwelt und Bevölkerungsschutz sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der beiden Wasserverbände. Darüber hinaus sind auch Delegierte aus den beteiligten Kreise vertreten.
Koordination
Lena Prengemann, Oberbergischer Kreis
Ihren Sitz hat die Koordination beim Oberbergischen Kreis.
Gremien und Facharbeitsgruppen
Um konkrete Vorhaben in den Bereichen des vorsorgenden Hochwasser- und Starkregenschutzes sowie des Bevölkerungsschutzes innerhalb des Agger- und Wuppereinzugsgebiets voranzutreiben und mit der Vielfalt sowie Komplexität der Aufgabenbereiche umzugehen, werden für übergeordnete Themen Facharbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit unterschiedlichen fachspezifischen Aufgabenstellungen beschäftigen. Die hier erzielten Arbeitsergebnisse und Fortschritte werden regelmäßig an die Steuerungsgruppe gespiegelt.
Hier sind die Facharbeitsgruppe Meldewesen und die Kernarbeitsgruppe Wupper als Beispiele für die Facharbeitsgruppen zu nennen.
Die Gebietskulisse der Kooperation „Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper“ bezieht sich auf die Gewässersysteme von Agger und Wupper sowie die Bröl, welche, wie der Aggerlauf, in die Sieg mündet.
Zur Kommunikation nach außen wurde ein Sprechergremium gebildet.
Sprecher der Kooperation:
Frank Herhaus, Leiter des Dezernats Planung │ Regionalentwicklung │ Umwelt des Oberbergischen Kreises.
Stellvertretende Sprecherin der Kooperation:
Barbara Reul-Nocke, Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit und Recht der Stadt Remscheid.
Kontakt
Koordination Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper
Lena Prengemann
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