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Pressemitteilung

Veröffentlichungsdatum: 2025-11-27

Hinschauen und Handeln: Initiativen des Oberbergischen Kreises sensibilisieren für Gewalt an Frauen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen im Forum Gummersbach hat aufgeklärt, sensibilisiert und Hilfsangebote aufgezeigt

Oberbergischer Kreis. "Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist keine Privatsache!" - mit diesen eindringlichen Worten hat Landrat Klaus Grootens den Aktionstag im Forum Gummersbach eröffnet. "Viel zu oft wird einfach zugeschlagen, viel zu oft werden Frauen erniedrigt, gedemütigt, verletzt oder gar getötet und viel zu oft schauen Nachbarn oder Familienmitglieder weg!", bedauert Landrat Klaus Grootens, - zumal auch Kinder häufig betroffen sind.

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen hatten Beratungsstellen, Organisationen und Initiativen aus dem Oberbergischen Kreis mit einem vielfältigen Programm für Aufmerksamkeit gesorgt; mit dem Ziel, über Gewalt  - insbesondere gegen Frauen und Kinder -  aufzuklären, zu sensibilisieren und Hilfsangebote aufzuzeigen. 

Infoständen, (Mitmach-)Aktionen und eine bewegenden Ausstellung

Lautstark setzte die Trommlergruppe von Schülerinnen und Schülern der Gummersbacher Jakob-Moreno-Schule mit Rhythmus und Energie zum Auftakt des Aktionstags ein unüberhörbares Zeichen gegen Gewalt. Gleichzeitig erzeugten die jungen Musiker, unter Leitung von Verena Gröger-Sasserath, wie viele Einrichtungen im Oberbergischen Kreis den, von Gewalt betroffenen Menschen hilfreich zur Seite stehen.

"Gewalt gegen Frauen ist kein Randthema und kein Einzelfall - sie betrifft uns als Gesellschaft. Jeder Tag, an dem wir nicht hinschauen, ist ein Tag zu viel!", sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Oberbergischen Kreises, Magdalena Tertel. Sie leitet das Netzwerk Oberberg no – GEGEN GEWALT und hat diesen 2. Aktionstag im Forum Gummersbach erneut gemeinsam mit engagierten Stellen im Oberbergischen Kreis organisiert und durchgeführt. 

Ein Aktionstag gegen jede Form von Gewalt 

Mit 47 Paaren Kinderschuhen auf einem orangen Feld, setzten Mitarbeitende des Kreisjugendamtes des Oberbergischen Kreises ein trauriges Symbol, dass einige Besucherinnen und Besucher zu Tränen rührte. Dass im vergangenen Jahr allein 47 Kinder und Jugendliche im Oberbergischen Kreis - behördlich erfasst - unmittelbar von Gewalt betroffen waren, scheint unvorstellbar. "Und der schwarze Rand mit Schuhen symbolisiert das Dunkelfeld", erklärt die Mitarbeiterin des Kreisjugendamtes, Nadine Zournatzidis. Sie und ihr Kollege Jörg Brück sind sich bewusst, dass dieses Mahnmal "weh tut", doch sie sehen darin eine Chance, Kinder in den Fokus zu rücken, die Gewalt in Familien hilflos ausgesetzt sind.

So wurden die Jugendämter im Oberbergischen Kreis im letzten Jahr in 250 Fällen von häuslicher Gewalt informiert. Mit einer Deutschlandkarte, die 101 (verurteilte) Femizide auflistete, wurde einmal mehr deutlich, wie häufig Frauen Opfer von tödlicher Gewalt werden. Daher sei es auch wichtig Frauenhäuser zu unterstützen und mehr Plätze zu schaffen, sagte Raoul Halding-Hoppenheit, Bürgermeister der Stadt Gummersbach.   

Viele Hilfsangebote 

An den Infoständen der Projektpartner und in vielen Gesprächen konnten die Akteure ihre Beratungsangebote und Möglichkeiten zur Unterstützung vorstellen.

„Mit dem Aktionstag im Forum wollen wir Menschen im Oberbergischen Kreis niedrigschwellig informieren und Betroffenen Mut machen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Oberbergischen Kreises, Magdalena Tertel. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Sarah Schalenbach informierte sie u. a. über die anonyme Spurensicherung (ASS) nach sexualisierter Gewalt an Frauen. Das Projekt gibt Frauen Zeit, um sich eventuell doch noch für die Erstattung einer Anzeige zu entscheiden. "Egal ob körperlich, psychisch, sexuell oder digital – Gewalt gegen Frauen darf niemals hingenommen werden“, sagt Magdalena Tertel.  

Dass sich so viele Organisationen und Einrichtung im Oberbergischen Kreis am Aktionstag gegen Gewalt beteiligt haben, ist auch für Landrat Klaus Grootens "eine wichtige Botschaft: Fühlt euch nicht allein. Wir sehen euer Leid und wir wollen euch helfen.“

Beteiligte des Aktionstags gegen Gewalt im Forum Gummersbach:

Caritasverband Oberberg – Fachdienst Frauen

Koordinatoren der Frühen Hilfen der Jugendämter

Jugendförderung, Jugendpflege, erzieherischer Kinder- und Jugendschutz der Jugendämter

Netzwerk ASS - anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt im Oberbergischen Kreis

Netzwerk Oberberg no - GEGEN GEWALT

nina + nico – Verein zur Beratung von Kindern, jungen Menschen + Frauen e.V.

Opferschutz der Kreispolizeibehörde im Oberbergischen Kreis

Regional AG Gleichstellung Oberberg (Zusammenschluss der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Oberbergischen Kreis und des Aggerverbandes)

VSB gemeinnützige gGmbH

WEISSER RING e.V.

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