Vorsorgliche Empfehlungen zum Umgang mit möglichen Schwermetallbelastungen in Hausgärten in Wildberg

Stand September 2026

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Eine Person in einem weißen Kittel und blauen Handschuhen hält Reagenzgläser mit Erde in einem roten Halter über einem Ackerboden. Im Hintergrund ist ein kleiner Keimling sichtbar.

Warum wird diese Mitteilung herausgegeben?

Im Rahmen von Bodenuntersuchungen im Zusammenhang mit einer bodenschutzrechtlichen Maßnahme hat die Untere Bodenschutzbehörde in einzelnen Bereichen Wildbergs Bleiwerte im Oberboden festgestellt, die die Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung überschreiten. Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere Bereiche innerhalb Wildbergs betroffen sind. Aktuell werden weitere Untersuchungen zur Gefährdungsabschätzung durchgeführt.

Häufige Fragen

Nach dem aktuellen Kenntnisstand besteht keine akute Gefahr für die Bürgerinnen und Bürger. Dennoch ist es ratsam, vorsorglich einige einfache Maßnahmen zu beachten. Ziel ist es, den direkten Kontakt mit möglicherweise belastetem Boden gering zu halten und damit potenzielle gesundheitliche Risiken zu vermeiden oder zu verringern. Die Kreisverwaltung des Oberbergischen Kreises hat hierzu die folgenden Handlungsempfehlungen zusammengestellt. Sie sollen Ihnen als Hilfestellung für den Umgang mit Ihren Hausgärten dienen.

Im Bereich der Wohngrundstücke und insbesondere auf Spielflächen für Kleinkinder sollte der Boden weitestgehend vollständig abgedeckt sein.

Geeignet sind beispielsweise:

  • eine dichte Grasfläche oder Bodendecker

  • Rindenmulch,

  • Gehweg- und Terrassenplatten,

  • eine Abdeckung mit Kies

Diese Maßnahmen können dazu beitragen, den direkten Kontakt mit dem möglicherweise belasteten Boden zu verringern. Vorsorglich sollten Kinder nicht im Boden graben oder mit ihm spielen. Nach intensiver Gartenarbeit mit direktem Bodenkontakt sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Bei stärkerer Verschmutzung empfiehlt es sich, auch die Kleidung zu wechseln und zu waschen.

Es wird empfohlen, auf den Anbau von Gemüse und Obst in den Hausgärten zu verzichten. Diese Pflanzen können Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen.

Trink- und Brauchwasser aus eigenen Brunnen oder anderen Anlagen zur Eigenversorgung sollte auf Blei und andere Schwermetalle untersucht werden. Werden die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung überschritten, ist das Wasser nicht für den menschlichen Gebrauch geeignet. Für die Bewässerung eines reinen Ziergartens bestehen aus gesundheitlicher Sicht grundsätzlich keine Bedenken. Beete, in denen Gemüse- und Obst angebaut werden, sollten dagegen nicht mit belastetem Wasser bewässert werden.

Bei einer hohen Schwermetallbelastung des Bodens sollte auch die Haltung von Tieren im eigenen Garten mit besonderer Vorsicht betrachtet werden. Dies gilt ebenso für das Verfüttern von Pflanzen aus dem eigenen Garten. Tiere, die im Garten grasen oder mit Gras und anderen Pflanzen aus dem Garten gefüttert werden, können Schwermetalle aufnehmen. Eine hohe Aufnahme von Schwermetallen kann bei Tieren zu gesundheitlichen Problemen führen. Dies betrifft auch Fische aus Gartenteichen, da sie aus dem Wasser sehr schnell über ihre Kiemen und die Haut Schadstoffe aufnehmen. Die Aufnahme von Schwermetallen durch den Verzehr von Tieren ist nicht ausgeschlossen.

Insbesondere bei der Haltung von Hühnern und anderem Geflügel kann durch Scharren und Graben der Tiere vermehrt Staub aufgewirbelt werden. Beim Picken besteht außerdem die Möglichkeit, dass die Tiere Bodenpartikel aufnehmen. Für Blei in Eiern sind nach dem derzeit geltenden Lebensmittelrecht keine Höchst- oder Grenzwerte festgelegt. Blei kann sich grundsätzlich im Ei anreichern. Für die gesundheitliche Bewertung sind daher unter anderem die Höhe der Belastung im Ei und die Menge der verzehrten Eier entscheidend. Bodenanhaftungen an Eiern sollten grundsätzlich gründlich abgewaschen werden.

Bergbauliche Geschichte

Die Geschichte Wildbergs ist, wie Ihnen sicherlich bekannt, stark vom Bergbau geprägt. In der Grube Wildberg wurden vom 12. bis Anfang des 20. Jahrhunderts Blei-, Silber-, Eisen- und Zinkerze abgebaut und gefördert. Naturbedingt treten in Gebieten mit oberflächennahen Erzlagerstätten im Boden erhöhte Schwermetallgehalte auf, diese können aber auch durch langjährige menschliche Tätigkeiten im Rahmen des Buntmetallbergbaus entstanden sein.

Querschnitt einer Grasfläche mit grünem Gras oberhalb und dunkler Erde mit sichtbaren Wurzeln darunter, vor einem blauen Himmel.

Wo finden Sie weitere Informationen?

Weitere Informationen zum Thema Futtermittel finden Sie auf den Internetseiten des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung Nordrhein-Westfalen (LAVE)

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Kontakt beim Oberbergischen Kreis