Pressemitteilung
Veröffentlichungsdatum: 2018-04-23
Kreis organisiert Exkursion zu Schauplätzen der nationalsozialistischen Vergangenheit im Oberbergischen Spurensuche für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Interessierte zu historischen Überresten der NS-Zeit im Oberbergischen Kreis
Oberbergischer Kreis. Ein besonderes Angebot zum Thema "Historischer Rassismus" hat das Kommunale Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises jetzt für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, in der Sozialarbeit Tätige und an Historie interessierte Menschen organisiert.
Unterstützt von Wilfried Hahn, Zeitzeuge; Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Oberbergischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Schulamtsdirektor i.R., hat das KI eine interessierte Gruppe zu historischen Überresten und Gedenkstätten der nationalsozialistischen Vergangenheit im Oberbergischen Kreis geführt. Die Exkursion ist ebenso wie die Datenbank zum Thema“ Historischer Rassismus“ eine Idee aus dem Netzwerk der oberbergischen Courage-Schulen. "Diese Spurensuche ist uns als Kooperationspartner des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage" ein besonderes Anliegen", sagt Dorothea Wirtz vom KI. Sie hat die Regionalkoordination für den Oberbergischen Kreis übernommen. Bundesweit gibt es 2.500 beteiligte Schulen. In dem Netzwerk sind inzwischen auch 13 Schulen im Oberbergischen Kreis organisiert. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und alle anderen Mitarbeiter verpflichten sich, bei jeder Art von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, mit Zivilcourage einzugreifen - in der Schule und in ihrem Umfeld.
Bei der Exkursion entpuppen sich scheinbar unauffällige Orte als Schauplätze des oberbergischen Nationalsozialismus. Anschaulich vermittelt Wilfried Hahn, wie und warum sich der Nationalsozialismus gerade bei der überwiegende armen Landbevölkerung durchsetzen konnte. Als einflussreichste und prägende Person der NS-Zeit im Oberbergischen beschreibt der 78-Jährige den Nümbrechter Robert Ley, geboren am 15. Februar 1890 in Niederbreidenbach, ehemals Gemeinde Marienberghausen, gestorben am 25. Oktober 1945 durch Selbstmord im Nürnberger Kriegsverbrechergefängnis. Der zunächst unscheinbare Ley entwickelte sich in seiner Position als Reichsleiter der NSDAP und Leiter des Einheitsverbands Deutsche Arbeitsfront zu einem der führenden Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus.